Weiteres PPP-Projekt gescheitert: Bundeswehr Kleiderkammer muss zurück gekauft werden

Bei der Bundeswehr wurden viele Aufgaben in PPP ausgelagert. So auch die „Kleiderkammer“, Dieses Modell wurde hochgelobt, stellt sich aber inzwischen als finanzielles Fiasko heraus.

Siehe folgende Berichte und Dokumentationen:

Bundeswehr-Kleiderkammer in Nöten
telepolis: Christoph Jehle 24.06.2015

Verteidigungsministerium muss privatisierte Kleiderkammer zurückkaufen

Mit der Privatisierung der Bekleidungswirtschaft wollte der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping die Kosten für die Beschaffung der Dienstbekleidung der Soldaten reduzieren. Inzwischen ist das Projekt, an welchem neben dem Bundesministerium für Verteidigung zwei private Unternehmen beteiligt sind, krachend gescheitert. Um eine Insolvenz zu vermeiden, kauft man die Unternehmensgruppe mit Tochter- und Enkelgesellschaften für einen Euro zuzüglich der bestehenden Verbindlichkeiten zurück und versucht dann die von der Bundeswehr nicht benötigten Teile der Unternehmensgruppe zu verkaufen oder auf eine andere Weise abzustoßen.

Die Lernkurve der Politik scheint im Bereich von Public-Private-Partnership-Projekten außerordentlich flach zu sein. War man schon bei der Privatisierung der Bundesdruckerei mit voller Wucht gegen die Wand gefahren und musste das ehemalige Staatsunternehmen, nachdem es für einige Zeit bei der Hessisch-Thüringischen Landesbank geparkt worden war, wieder in Bundesbesitz zurück nehmen, könnte sich die Geschichte der Bundeswehr-Kleiderkammer und ihrer Privatisierung als noch deutlich verzwickter herausstellen.

Der Spiegel berichtet bereits im März 2015 zum Rückkauf:

Unterm Strich erwartet das Verteidigungsministerium ein Minus von 55 bis 60 Millionen Euro; eine Pleite wäre dagegen wohl mit 95 bis 105 Millionen Euro eingeschlagen.

Der Spiegel im Juni 2015:

13 Jahre später muss sich der Bund das Ende des Abenteuers voraussichtlich 91,86 Millionen Euro kosten lassen. Das geht aus einer Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor

Der Bundesverband Public Private Partnership (BPPP) sagt hierzu in einem 2005 verfassten Bericht, der sich wie so manch anderer der tendenziösen Äußerungen dieser Lobbyorganisation  letztendlich als völlig falsch herausstellte:
kleiderkammer1
kleiderkammer2

kleiderkammer3

Quelle des Beitragsbildes: lichtkunst.73  / pixelio.de